Frankreich will Energie-Verbrauch halbieren

Bei der angekündigten Energiewende setzt sich Frankreich ehrgeizige Ziele: Es will seinen Energieverbrauch drastisch senken und damit Musterland in Sachen Klima- und Umweltschutz werden.

Zum Auftakt der Umweltkonferenz der Regierung am Freitag kündigte Frankreichs Präsident François Hollande an, die Energiegewinnung aus Atomstrom deutlich zurückzufahren. So soll der Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix bis 2025 von rund 75 Prozent auf 50 Prozent reduziert werden. Derzeit ist Frankreich mit 58 Reaktoren der zweitgrößte Atomstromproduzent nach den USA.

Zudem will Hollande den Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl bis 2030 um 30 Prozent senken. Dies soll vor allem über die Förderung von Elektroautos und die Nutzung landwirtschaftlicher Biomasse erreicht werden. Für die Produktion umweltfreundlicher Energie sind unter anderem Meeresströmungskraftwerke geplant.

Neues Musterland in Sachen Klimaschutz?

Und ein weiteres ehrgeiziges Ziel strebt Frankreich an: Bis 2050 soll der gesamte Energieverbrauch im Land sogar halbiert werden. Auf diese Weise soll es Musterland in Sachen Klima- und Umweltschutz werden. Die neuen Pläne Hollandes gelten aber auch als Zugeständnis an die an der Regierung beteiligten Grünen. Sie hatten gedroht, die Zusammenarbeit infrage zu stellen, sollte der Präsident bei der Energiewende nicht zügig konkrete Zusagen machen.

Hochrangige Parteimitglieder zeigten sich nach den Ankündigungen vom Freitag zufrieden und sprachen von einem starken Signal. Wir wissen jetzt, was das Ziel ist, kommentierte die für Wohnungsbau zuständige Grünen-Ministerin Cécile Duflot.