E-Auto-Steckdose bald Pflicht?

Nach Presseberichten will die EU-Kommission eine E-Auto-Steckdosen-Pflicht für Neubauten einführen. Für Häuslebauer würde das zu zusätzlichen Kosten führen.

Nach einem Bericht des „Spiegel“ plant die EU-Kommission, den bislang nur schleppenden Ausbau der E-Mobilität über neue Bauvorschriften voranzutreiben. Neue Gebäude, so das Magazin, sollten nach den Plänen künftig zwingend eine Auflademöglichkeit für E-Autos haben. Dies gehe aus einem Entwurf für eine Änderung des EU-Energieeffizienzpakets hervor, der vorsehe, dass Einfamilienhäuser und andere kleinere Gebäude in Zukunft mindestens über eine entsprechende Vorverkabelung verfügen sollen. Bei größeren Gebäuden müsse wenigstens einer von zehn Parkplätzen mit einer festen Ladestation ausgestattet werden, so der „Spiegel“.

Start für 2023 angesetzt

Die Neuregelung solle dem Entwurf zufolge bis zum Jahr 2023 in Kraft treten. Betroffen wären Neubauten sowie Sanierungsobjekte. Die Bundesregierung setzt bislang vor allem auf freiwillige Initiativen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Im Frühjahr hatte die Bundesregierung ein 300 Millionen Euro schweres Förderprogramm beschlossen. Auch Mieter sollen künftig in ihren Rechten gestärkt werden und entsprechende Anschlüsse verlangen können. Der Ausbau des Ladenetzes gilt als kritischer Punkt für den Ausbau der Elektromobilität. Die Immobilienwirtschaft kritisierte den Plan dagegen.

E-Auto-Kaufprämie kommt nicht an

Das Interesse an der Kaufprämie für Elektroautos bleibt unterdessen äußerst gering. Seit Einführung der Prämie Anfang Juli seien erst weniger als 4500 Anträge eingegangen, so das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Im selben Zeitraum wurden laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts mehr als 820.000 PKW neu zugelassen. Das waren 9,4 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Für reine batterieelektrische Fahrzeuge sind seit Juli 2650 Anträge gestellt, für Plug-In-Hybride 1801 Anträge. Hintergrund: Die Prämie gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai gekauft wurden. Für reine E-Autos gibt es 4000 Euro Prämie, für Hybrid-Fahrzeuge 3000 Euro. Die Kosten teilen sich jeweils Bund und Hersteller. Der Netto-Listenpreis darf dabei 60.000 Euro netto nicht überschreiten. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Sie rechnet mit etwa 300.000 Elektrofahrzeugen, die dank der Förderung gekauft werden.