Sind Elektroautos die Zukunft?

Die IAA 2015 zeigte einen klaren Trend: Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Ob sie wirklich eine Alternative sind, will die EVA herausfinden.

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Als einige große Autoherstellerund der US-amerikanische NewcomerTesla auf der IAA 2009ihre vollelektrifizierten Bolidenvorstellten, stand für viele Expertenfest: Die automobile Zukunftist elektrisch. Und als danndie Bundesregierung das Ziel voneinerMillion E-Autos bis 2020ausgab, glaubten auch immermehr kritische Beobachter anden unmittelbar bevorstehendenSystemwechsel.

Dieser anfängliche Hype um dengar nicht einmal so neuen Antrieb– tatsächlich fuhren die erstenAutos schon in den 1830er-Jahren mit Strom – flachte dannaber schnell wieder ab. HohePreise, zu geringe Reichweitenund das Problem der Ladezeitenbereiteten den anfänglichen Fantasienein jähes Ende. An dengrundsätzlichen Vorteilen desElektroantriebs änderte dies freilichnichts. Deshalb suchen dieIngenieure nach Lösungen, dieheute schon funktionieren. Esgilt, die Zeit zu überbrücken, bisreine E-Fahrzeuge zu vergleichbarenPreisen ähnliche Leistungenwie Autos mit Otto- oderDieselmotoren bieten.

Halb Elektro, halb Benziner

Eine schon heute sinnvolle Alternativedazu können Hybridantriebesein. Viele große Hersteller– etwa Mercedes-Benz,Volkswagen oder Toyota – habeninzwischen derartige Modelleim Angebot. Die Idee dahinter:Eine Computersteuerung nutztdas jeweils günstigste Aggregatoder sogar beide. Dieser Mix ausStrom und fossilem Brennstoffsenkt die CO2-Emissionen derFahrzeuge dramatisch.

Dazu kommt, dass Hybridfahrzeugeinzwischen auch preislichinteressanter werden. Zugegeben– die Plug-in-Hybriden liegenimmer noch merklich überden vergleichbaren Modellenmit Benzin- oder Dieselmotor.Dem Anschaffungspreis stehenaber entsprechende Einsparungenim Spritverbrauch und damitbei den Kraftstoffkosten gegenüber.Denn jeder Kilometer, dendas Fahrzeug mit der Energie ausseiner Batterie zurücklegt, kostetnur einen Bruchteil dessen, waspro Kilometer mit einem Verbrennungsmotoranfällt.

Praxistest

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Ob diese Rechnung aufgeht oderwie die Nutzung des Fahrzeugsaussehen muss, damit ein solcherPlug-in-Hybrid wirtschaftlichfährt, möchte die EVA inden nächsten Jahren herausfinden.„Wir haben uns entschieden,einenMercedes C 350 eT anzuschaffen“,erklärt Leonhard Schultes,Energieexperte der EVA. Mitdem neuen Kombi wird er künftigall seine Fahrten im Versorgungsgebieterledigen. „Eigentlichmüssten die Strecken zu einemE?Fahrzeug passen“, prognostizierter. Er nimmt jede Menge Terminewahr – bei Privatkunden,auf Baustellen oder in Betrieben. Dafürbraucht er zwar ein Auto, dasStadtgebiet von Alzenau muss eraber nur selten verlassen. „Ebendeshalb gehe ich davon aus, dassder neue Plug-in-Kombi bei denGesamtkosten nicht schlechterabschneidet als ein reiner Benziner“,rechnet Leonhard Schultesvor. Und das bei deutlich besserenEmissionswerten.

So fährt die Firmenflotte umweltfreundlich

Gerade der Umweltaspekt war es,der den Verantwortlichen bei derEVA die Entscheidung für die Anschaffungdes Plug-in-Dienstfahrzeugsleicht gemacht hat. Im Sommertrat das Unternehmen demVerband Bayerischer Energie- &Wasserversorger bei. Dessen Mitgliederhaben sich auf die Fahnegeschrieben, nur noch Fahrzeugeanzuschaffen, deren CO2-Ausstoßunter 95 Gramm pro Kilometerliegt. „Weil wir schon lange aufErdgasfahrzeuge setzen und seitdrei Jahren einen Renault Twizynutzen, unterbieten wir diesestrenge Vorgabe bereits mit unseremgesamten Fuhrpark“, weißLeonhard Schultes.

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Mit dem neuen Hybriden dürftesich dieser vorbildliche Flottenwertnoch verbessern. Denn LeonhardSchultes plant, den Kombimöglichst rein elektrisch zu nutzen.Das sollte ihm weitgehendgelingen. Denn für die vielen relativkurzen Wege dürfte die Batterieausreichen, zumal sie zwischenzwei Terminen an der Ladesäulehängen kann. Im rein elektrischenBetrieb sinken die CO2-Emissionendes C 350 eT auf gerade einmal49 Gramm pro Kilometer.

Tatsächlich kann Leonhard Schulteswählen, wie er unterwegs seinmöchte. Standardmäßig fährt derHybrid im Mischbetrieb und nutztden E-Motor zum Anfahren undwenn nur wenig Leistung abgerufenwird. Er kann aber auch denOttomotor gänzlich ausschaltenoder das Auto die Verwendungder beiden Antriebe mithilfe desNavigationsgeräts steuern lassen.Etwa so, dass in Städten nur derE-Motor für Vortrieb sorgt. Oderdass der Wagen an langen Gefällestreckenmit seiner Rekuperationsfunktiondie Batterie auflädt,sprich den Elektromotor als Bremseund als Generator nutzt.

Lokal und grün

Die Entscheidung für den „GutenStern aus Untertürkheim“ hatteeinen wichtigen Grund: denHändler vor Ort. „Der C 350 e Twar das einzige Modell, das allunsere Anforderungen erfüllt hatund das wir bei einem hier ansässigenHändler kaufen konnten“,bringt es Leonhard Schultes aufden Punkt. Genau genommensind das sogar zwei Argumente.Denn zum einen legt die EVA seitjeher großen Wert darauf, mitUnternehmen in Alzenau zu kooperieren.Zum anderen war denVerantwortlichen die geografischeNähe wichtig. „Wir gehenzwar davon aus, dass der Wagenausgereift ist, aber weil es sich jadoch um eine relativ junge Technikhandelt, fühle ich mich besser,wenn ich einen Spezialistenum die Ecke habe“, erläutertLeonhardSchultes.

Den nötigen Strom bekommt dasmoderne Fahrzeug aus einerspezielldafür installierten Ladestation– einer sogenannten Wallbox– auf dem Gelände der EVA.Hier machte die EVA keine Experimenteund wählte ein Modelldes Marktführers Mennekes.„Mit diesem Hersteller haben wirschon gute Erfahrungen beimBau unserer öffentlichen Ladesäulegemacht“, erinnert sichLeonhardSchultes. Über dieWallbox strömt übrigens bei gutemWetter Strom von derEVA?eigenen Fotovoltaikanlageauf dem Dach des Werkstattgebäudesin die Akkus des Mercedes.In diesem Fall sinken dieCO2-Emissionen noch weiter.

Die EVA unterstützt Elektro-Freunde

Um auch anderen Pionieren denUmstieg auf ein Plug-in- odervielleicht sogar ein echtes E-Autozu erleichtern, unterstützt dieEVA die ersten zehn Kunden ausdem angestammten Liefergebietbei der Anschaffung einerWallbox mit Typ-2-Stecker mit200 Euro. Interessenten wendensich einfach an Leonhard Schultes,Telefon (0 60 23) 9 49-4 40 oderper E-Mail an leonhard.schultes@eva-alzenau.de. Die genauenFörderbedingungenfinden sichebenfalls im Internet unter www.eva-alzenau.de/eauto

Wer sich für ein elektrisch betriebenesFahrzeug interessiert – obPlug-in-Hybrid oder rein elektrisch– kann bei Markus Pfaff vomAutohaus Kunzmann einen Terminfür eine Probefahrt vereinbaren:

R. Kunzmann GmbH & Co. KG,Hanauer Straße 124, 63755 Alzenau,Telefon (0 60 23) 361-13422.

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