Ring geschlossen

Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, ließ die EVA ein zusätzliches Mittelspannungskabel von Alzenau nach Kälberau verlegen.

Spaziergänger, die kürzlich in den Streuobstwiesen zwischen dem Waldschwimmbad und Kälberau unterwegs waren, haben es vielleicht gesehen: Arbeiter verlegten im Auftrag der EVA ein dickes Mittelspannungskabel in die öffentlichen Wege durch die typische Kulturlandschaft. Das Kabel verbindet die Kernstadt mit dem Stadtteil. „Wir haben etwas geschaffen, das wir als Ringschluss bezeichnen“, erklärt Rolf Freudenberger, Geschäftsführer der EVA.

Solch ein Ringschluss steht bei Netzspezialisten hoch im Kurs. Denn durch ihn gelangt der Strom – oder auch ein anderer Energieträger – an zwei voneinander unabhängigen Stellen ins Ortsnetz. Das erhöht die Versorgungssicherheit für die betroffene Ortschaft entscheidend. Denn sollte einer der beiden Stränge ausfallen – etwa durch einen Blitzeinschlag oder einen unvorsichtigen Baggerfahrer – haben die Experten eine zweite Option, die benötigte elektrische Energie zu den Kunden zu bringen.

Stichwort Bagger. Die kamen bei diesem Projekt durchgängig zum Einsatz. Das ist deshalb erwähnenswert, weil sich das Gelände eigentlich über weite Strecken für ein deutlich ­schnelleres Verfahren eignet: das Einpflügen der Kabel. „Diese Methode kam hier nicht infrage“, erklärt Matthias Grom. Und liefert den Grund gleich nach: „Wir nutzen die bestehende Erd­gas­trasse. Folglich mussten die Baggerfahrer extrem vorsichtig zu Werke gehen.“

Freier Zugang: Die EVA muss dafür sorgen, dass Fachleute die durch die Streuobstwiese laufende Gasleitung auf ihre Dichtigkeit hin prüfen können. Die dafür anstehenden Schneidearbeiten dienten diesmal noch einem weiteren Zweck: der Verlegung eines neuen Mittelspannungskabels, für die sicherere Versorgung Kälberaus.

Gut koordiniert

Was sonst vor allem innerorts für die Planung einer solchen Baumaßnahme von entscheidender Bedeutung ist, beeinflusste auch dieses Projekt – ohnehin nötige Arbeiten an der gleichen Trasse. Tatsächlich ist die EVA verpflichtet, ihre Gasleitungen regelmäßig auf ihre Dichtheit hin zu überprüfen. Dazu kommt ein spezielles Unternehmen und geht die Leitungen mit einem extrem empfindlichen Gerät ab. Damit die Experten Zugang haben, muss die EVA die Leitung freischneiden lassen. Denn wenn, wie in diesem Fall, die Erdgasleitung praktisch durch die Natur führt, überwuchern Bäume und Sträucher die Trasse im Laufe der Jahre. „Weil eben dieses Freischneiden der Erdgas­leitung anstand, haben wir unsere Verlegearbeiten direkt im Anschluss daran geplant“, führt Rolf Freudenberger weiter aus. Das reduziert den Eingriff in die Natur und die Störung der hier lebenden Tiere auf das nötige Minimum.